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Delphi-Verfahren

Delphi-Verfahren sind strukturierte Gruppenkommunikationsprozesse, in deren Verlauf komplexe Sachverhalte, über die unsicheres und unvollständiges Wissen existiert, durch Expert_innen in einem iterativen Prozess beurteilt werden. Das Spezifische ist, dass bei jeder erneuten Befragung die aggregierten Gruppenantworten der vorherigen Befragung mitgeliefert werden und die Befragten auf dieser Basis ihre Urteile überdenken und gegenebenfalls revidieren können.

In den letzten Jahren haben sich zahlreiche Varianten von Delphi-Verfahren entwickelt. Dennoch gelten üblicherweise fünf Charakteristika:

  • Befragung von Expert_innen, deren Anonymität gewahrt bleibt
  • Verwendung eines standardisierten Fragebogens
  • Ermittlung von statistischen Gruppenantworten über univariate Analysen
  • Rückkopplung der Ergebnisse an die teilnehmenden Expert_innen mit der Möglichkeit der Revision der Urteile
  • Ein- oder mehrfache Wiederholung der Befragung

Delphi-Verfahren können eingesetzt werden, um konsentierte und divergierende Expert_innenurteile transparent zu machen, mögliche Zukünfte aufzuzeigen und die Integration aktueller Wissensbestände zu sichern. Auf den Ergebnissen aufbauend können politische Entscheidungsträger_innen knappe Ressourcen und Kapazitäten zielgerichtet einsetzen und so die Akzeptanz bzw. Legitimität von Entscheidungen gegenüber anderen Akteur_innen erhöhen.


Gefördert durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) – Projektnummer 429572724